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Triggerpunkttherapie - Die Technik der ischämischen Kompression

Die ischämische Kompression ist eine hochwirksame Methode zur Behandlung von Triggerpunkten, insbesondere zur Linderung chronischer Schmerzen und zur Verbesserung der Muskelgesundheit. In diesem weekly Massagen St. Gallen Blogartikel erläutern wir, was Triggerpunkte sind, wie sie entstehen, welche Beschwerden sie verursachen können, und wie die ischämische Kompression als Methode der Triggerpunkttherapie funktioniert - und wie du sie selbst ausprobieren und anwenden kannst. Let's go!



Massage St. Gallen_weekly Massagen_Triggerpunkttherapie Ischämische Kompression
Ischämische Kompression: Die Technik kann sowohl mit den Daumen als auch mit verschiedenen Hilfsmitteln ("Triggertools") angewendet werden.


Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind spezifische, hypersensible Bereiche in einem Muskel oder dessen Faszie, die bei Druck Schmerzen und oft auch referierte Schmerzen in entfernten Körperregionen auslösen können. Sie entstehen in der Regel in Muskeln, die überbeansprucht, verletzt oder durch langanhaltende Fehlhaltungen belastet sind. Triggerpunkte können zu einer deutlichen Einschränkung der Bewegungsfreiheit und zu chronischen Schmerzzuständen führen, wie Dommerholt et. al in ihrer Studie aus dem Jahr 2013 ausführen.


Definition und Eigenschaften

  • Lokalisation und Ausstrahlung: Triggerpunkte befinden sich typischerweise in einem verhärteten Muskelstrang und sind palpabel, d.h. tastbar. Sie können Schmerzen direkt am Ort des Triggerpunktes verursachen oder in andere Körperbereiche ausstrahlen.

  • Aktive und latente Triggerpunkte: Ein aktiver Triggerpunkt verursacht spontane Schmerzen, während ein latenter Triggerpunkt nur bei Druck schmerzt und nicht ständig Beschwerden verursacht.

Wodurch entstehen Triggerpunkte?

Die genaue Ursache für die Entstehung von Triggerpunkten ist noch nicht vollständig verstanden. Diskutiert werden Mechanismen wie eine gestörte Mikrozirkulation, Anhäufung von Stoffwechselprodukten oder lokale Entzündungsreaktionen, die zu einer Sensibilisierung von Schmerzrezeptoren führen. Triggerpunkte können demnach durch eine Vielzahl von Faktoren entstehen, darunter Überbelastung, Verletzungen, Fehlhaltungen, Stress und mangelnde Bewegung. Diese Faktoren können zu einer Überbeanspruchung oder Verkürzung der Muskelfasern führen, was wiederum die Bildung von Triggerpunkten begünstigt. Studien, wie die von Simons, David G., und Loeser, John D. (2002), beleuchten die Pathophysiologie von Triggerpunkten und ihre Entstehung im Detail. Nach wie vor sind die definitiven Ursachen für Triggerpunkte jedoch nicht restlos bestimmt, was auch die Vermutung nahelegt, dass verschiedene Ursachen sowie Kombinationen davon zu Triggerpunkten führen können.


Zu welchen Beschwerden führen Triggerpunkte?

Die Erforschung von Triggerpunkten und ihren möglichen Beschwerden und Auswirkungen ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Schmerzforschung. Triggerpunkte, die als hyperirritable Punkte innerhalb eines straffen Muskelstranges identifiziert werden, können eine Reihe von Symptomen und Beschwerden verursachen, die von lokalen, akuten Schmerzen bis hin zu chronischen Schmerzzuständen reichen. Die wissenschaftliche Literatur hebt verschiedene potenzielle Auswirkungen und Beschwerden hervor, die durch Triggerpunkte verursacht werden können, darunter:


  • Schmerz und Empfindlichkeit am Triggerpunkt: Direkter Schmerz und Überempfindlichkeit am Ort des Triggerpunktes sind charakteristisch. Dieser kann durch Druck oder bestimmte Bewegungen verschlimmert werden.

  • Ausstrahlende Schmerzen: Triggerpunkte strahlen oft Schmerzen in entfernte Körperbereiche aus, was zu Schmerzen führt, die scheinbar nicht mit dem ursprünglichen Triggerpunkt zusammenhängen.

  • Bewegungseinschränkungen: Die Präsenz von Triggerpunkten kann die Beweglichkeit einschränken, da der Schmerz und die Steifheit im betroffenen Muskelbereich zu einer verringerten Bewegungsfreiheit führen.

  • Muskelsteifigkeit und Schwäche: Muskeln, die Triggerpunkte enthalten, können steif und schwächer als ihre gesunden Pendants sein, was die allgemeine muskuläre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

  • Beeinträchtigungen im Alltag: Die durch Triggerpunkte verursachten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können die Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten auszuführen (Heben, Treppensteigen, An- und Ausziehen, etc.), stark beeinträchtigen und so die Lebensqualität der betroffenen Personen verringern.


Welche Wirkungsmechanismen hat die ischämische Kompression?

Der Wirkmechanismus der ischämischen Kompression bei der Behandlung von Triggerpunkten ist komplex und involviert verschiedene physiologische Reaktionen. Die genauen biologischen Prozesse sind Gegenstand laufender Forschung, aber es gibt mehrere Theorien, die zusammen ein Bild davon geben, wie diese Technik Schmerzen reduziert und die Muskelspannung löst. Hier sind die wichtigsten Mechanismen, die in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert werden:


  1. Lokale Durchblutungssteigerung: Durch den anhaltenden Druck kommt es zunächst zu einer lokalen Reduktion der Blutzufuhr (Ischämie), gefolgt von einer reaktiven Hyperämie, wenn der Druck nachlässt. Die erhöhte Blutzirkulation kann dazu beitragen, Stoffwechselabfallprodukte zu entfernen, Sauerstoff und Nährstoffe zu liefern und somit den Heilungsprozess im Gewebe zu unterstützen. Diese Theorie wird durch Arbeiten gestützt, die zeigen, dass eine verbesserte Durchblutung zur Linderung von Muskelverspannungen und Schmerzen beiträgt (Shah JP, et al., 2015).

  2. Reduktion von Muskeltonus und -spannung: Die Anwendung von Druck auf einen Triggerpunkt kann direkt den Muskeltonus im betroffenen Bereich reduzieren. Man nimmt an, dass dies durch die Stimulation von Golgi-Sehnenorganen geschieht, die eine Reflexentspannung des Muskels bewirken. Diese Reflexentspannung hilft, die lokale Muskelspannung zu reduzieren und fördert die Auflösung des Triggerpunkts (Simons DG, Travell JG, Simons LS. Travell & Simons' Myofascial Pain and Dysfunction: The Trigger Point Manual. 1999).

  3. Schmerzhemmung durch das Gate-Control-System: Nach der Gate-Control-Theorie des Schmerzes, die von Melzack und Wall vorgeschlagen wurde, kann die Anwendung von Druck auf den Körper die Übertragung von Schmerzsignalen zum Gehirn modulieren. Die mechanische Stimulation durch ischämische Kompression kann die Aktivierung von Nervenfasern bewirken, die die Schmerzleitung im Rückenmark "blockieren" oder hemmen. Dies reduziert die Wahrnehmung von Schmerz im Gehirn (Melzack R, Wall PD, 1965).

  4. Freisetzung von biochemischen Substanzen: Es wird angenommen, dass die Anwendung von Druck auf Triggerpunkte zur Freisetzung von bestimmten Chemikalien führt, die Schmerzen und Entzündungen reduzieren können. Dazu gehören Substanzen wie Endorphine (körpereigene Schmerzmittel) und Zytokine, die entzündungshemmende Wirkungen haben können (Shah JP, et al., 2005).


Basierend auf diesen Erkenntnissen kann die ischämische Kompression grundsätzlich als effektive Methode zur Behandlung von Triggerpunkten bezeichnet werden. In der Praxis gilt es dennoch abzuwägen, ob, in welcher Regelmässigkeit und mit welcher Intensität diese Methode zur Anwendung gebracht werden sollte. Der Therapeut ist dabei in der Verantwortung, den Behandlungsansatz individuell für jeden Klienten zu definieren und zu entwickeln, anhand von spezifischen Faktoren wie etwas Gesundheitszustand, Beschaffenheit des Gewebes, Trainingszustand, Schmerzempfindlichkeit, etc.


Wie wird die ischämische Kompression angewendet?

Die ischämische Kompression wird typischerweise mit den Fingern oder speziellen Werkzeugen durchgeführt. Das Vorgehen ist dabei in der Regel wie folgt:


  1. Identifikation des Triggerpunkts: Der erste Schritt ist das Auffinden des Triggerpunkts. Dies erfolgt in der Regel durch manuelle Palpation (Abtasten) der Muskulatur. Der Therapeut sucht nach einem knotigen, verhärteten Bereich im Muskelgewebe, der auf Druck schmerzhaft reagiert und möglicherweise auch übertragene Schmerzen auslöst.

  2. Anwendung des Drucks: Nachdem der Triggerpunkt identifiziert wurde, wendet der Therapeut mit einem Finger, mehreren Fingern oder manchmal mit einem Hilfsmittel einen direkten Druck auf den Triggerpunkt an. Der angewandte Druck ist tief und langsam steigernd, bleibt aber innerhalb der Schmerztoleranz des Patienten. Ziel ist es, den Schmerz zu einem Niveau zu bringen, das vom Patienten als "guter Schmerz" beschrieben wird – intensiv, aber erträglich.

  3. Halten des Drucks: Der Druck wird für eine bestimmte Zeit gehalten, oft zwischen 30 Sekunden und mehreren Minuten, abhängig von der Reaktion des Patienten und der Praxis des Therapeuten. Während dieser Zeit kann der Therapeut den Druck leicht modifizieren, um die effektivste Stimulation des Triggerpunkts zu erreichen.

  4. Freigabe und Entspannung: Nach dem Halten des Drucks wird dieser langsam gelöst, wodurch dem behandelten Muskel erlaubt wird, sich zu entspannen. Diese Phase ist wichtig, da sie die Durchblutung im Bereich des Triggerpunkts verbessert, was zu einer Reduzierung von Stoffwechselabfallprodukten und einer Zunahme von Sauerstoff und Nährstoffen im Gewebe führt.

  5. Wiederholung und ergänzende Techniken: Die Kompression kann mehrmals am selben Triggerpunkt oder an anderen Triggerpunkten wiederholt werden. Zusätzlich können ergänzende Techniken wie Dehnungen, Wärmetherapie oder die Anleitung zu spezifischen Übungen angewendet werden, um die Effektivität der Behandlung zu erhöhen.


Wenn du möchtest, kannst du die Techniken selbst an dir ausprobieren. Für die Selbstbehandlung besonders geeignet sind Triggerpunkte in der Oberschenkel- oder Unterarmmuskulatur, da diese gut erreichbar sind.


Tipps zur Selbstbehandlung

Während die professionelle Behandlung durch einen qualifizierten Therapeuten am effektivsten ist, gibt es auch Möglichkeiten, wie du Triggerpunkte selbst behandeln kannst:


  • Verwendung von Hilfsmitteln: Tennisbälle, Faszienrollen, Massagepistolen oder spezielle Triggerpunktwerkzeuge können helfen, gezielten Druck auf die betroffenen Bereiche auszuüben. Platzieren Sie das Werkzeug unter dem Triggerpunkt und wenden Sie sanften Druck an, erhöhen Sie diesen allmählich, bis ein deutliches Gefühl von "gutem Schmerz" erreicht ist. Halten Sie den Druck für einige Sekunden bis zu mehreren Minuten, je nach Ihrer Toleranz.

  • Dehnübungen: Regelmässiges Dehnen kann helfen, die Muskelspannung zu reduzieren und die Flexibilität zu verbessern. Dehnübungen sollten sanft und kontrolliert durchgeführt werden, ohne in den Schmerzbereich zu gelangen.

  • Wärme- und Kältetherapie: Wärmeanwendungen können die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern, während Kälteanwendungen Entzündungen und Schwellungen reduzieren können. Experimentieren Sie, um herauszufinden, was für Sie am besten funktioniert.

  • Bewegung: Regelmässige, moderate Bewegung fördert die Durchblutung und hilft, Muskelverspannungen und Triggerpunkte zu vermeiden. Wählen Sie Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten und die nicht zu Überanstrengungen führen.


Fazit

Triggerpunkte können für Betroffene mitunter schwerwiegende Folgen wie chronische oder akute Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Leistungseinbussen im Sport haben. Die ischämische Kompression als Methode der Triggerpunkttherapie ist wissenschaftlich breit abgestützt und kann in vielen Fällen zur Linderung der Beschwerden und der erfolgreichen Behandlung von Triggerpunkten beitragen. Dabei ist jedoch stets individuell abzuwägen, ob und wie die Methode eingesetzt werden soll. Während die professionelle Behandlung bei akuten Beschwerden stets zu bevorzugen ist, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, Triggerpunkten selbst entgegenzuwirken und Beschwerden zu lindern.


Falls auch du von Triggerpunkten geplagt wirst, kannst du bei uns deine Triggerpunkttherapie in St. Gallen online buchen. Wir freuen uns auf dich!


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